Emily Brontë: Kurze Biographie

von | 21.01.2020 | Buchvorstellung

Willkommen zu einer Mini-Serie über “Wuthering Heights”, deutscher Titel: “Sturmhöhe”, dem einzigen Roman der viktorianischen Schriftstellerin Emily Jane Brontë. Das Werk hat zu viele Facetten, um es in einer kurzen Beschreibung vorzustellen.

Eine kleine Einführung in Leben und Werk der Autorin

Die Autorin Emily Brontë wurde 1818 in Thornton in Yorkshire als Tochter eines Pfarrers geboren und starb 1848 in Haworth in Yorkshire, vermutlich an Lungenentzündung.

Die Familie Brontë war literarisch begabt, wie Emily schrieben ihre Schwestern Charlotte und Anne Romane und Gedichte, ebenso der alkohol- und drogenabhängige Bruder Branwell, unter dessen Sucht die Schwestern sehr zu leiden hatten. Manche Quellen schildern auch den Vater als Alkoholiker mit Stimmungsschwankungen zwischen Interessenlosigkeit bis jähzornigen Ausbrüchen – andere  beschreiben ihn als fürsorglichen Förderer der literarischen Interessen seiner Kinder. Wie dem auch sei, die Mutter der Brontë-Geschwister starb sehr früh und diese Fürsorge fehlte in der Kindheit. Glücklich waren die Schwestern nicht, schon früh erdachten sie sich Traumländer und schrieben darüber Geschichten.

Emily war sehr gebildet für eine Frau der viktorianischen Epoche, sie sprach mehrere Sprachen, arbeitete eine Zeit lang als Lehrerin, studierte in Brüssel. Bis sie nach Haworth zurückkehrte und sich um die Angelegenheiten ihrer Familie kümmerte und…. schrieb. Vermutlich fand Emily Brontë im Schreiben einen Kanal für ihre innere Zerrissenheit, für ihren inneren Hass, aber auch für die Sehnsucht nach Liebe und der Befreiung ihrer Seele. Äußerlich wurde sie als stur beschrieben, sie blieb scheinbar gern für sich.

1847 veröffentlichte sie unter ihrem Pseudonym Ellis Bell “Wuthering Heights”, zu deutsch: “Sturmhöhe”.

Der Roman sorgte in der viktorianischen Zeit für einiges Aufsehen. Ging es doch um die zerstörerische Liebe zweier Besessener, Getriebener: Catherine Earnshaw und Heathcliff.

Passend dazu als Kulisse: die wilde Landschaft und das raue Klima der Hochmoore Yorkshires.

Das war schon anstößig: Menschen ohne Moral, ohne inneren Halt als Titelfiguren, die das Leben ihrer Mitmenschen mit ihrer fast wahnhaften Leidenschaft ohne Skrupel ruinieren, die nur sich  kennen!!! Menschen mit Moral, die aber schwach sind, hilflose und handlungsunfähige Randfiguren der Tragödie. Ein so kraftvoller Roman das Werk einer schwachen Frau? Nein, das ging gar nicht!!

In “Wuthering Heights” beschreibt Emily Brontë innere Einsamkeit, ein “Sich-unverstanden-fühlen”. Sie schildert fast psychologisch Demütigungen und ihre Auswirkungen: Hass, der in allumfassende Rache mündet. Und sie schildert Gefühle, die über den Tod hinaus andauern, unverbrüchliche Treue, die am Ende nicht belohnt wird. Waren es die Einsamkeit, die erlittenen Demütigungen, der Hass, die nie gefundene Erfüllung der Autorin?

“Wuthering Heights” zieht bis heute Leser in seinen Bann. Der Stoff wurde an die zwanzig Mal verfilmt, wurde vertont, sogar Opern wurden komponiert – wenn Emily Brontë das nur hätte erleben dürfen.

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Am Donnerstag stelle ich Euch die Darsteller und den Anfang des “Wuthering Heights”- Dramas vor….schaut doch einfach wieder rein. Es wird spannend!!!