Olivier Bourdeaut: “Warten auf Bojangles”

von | 08.08.2019 | Buchvorstellung

Dass erste Werk des französischen Autors Olivier Bourdeaut macht glücklich und froh, wehmütig und traurig. Das Glück erscheint wie eine Seifenblase: schillernd und kurzlebig, “Warten auf Bojangles” leitet die Seele vom Sommer in den Herbst. Das helle, blendende Licht wird schon etwas golden und gedämpft, es ist eigentlich nur so eine Vorahnung…..

Lest das Buch und hört davor, dazwischen oder danach unbedingt Nina Simones “Mr. Bojangles”!!! Buch und Lied gehören tatsächlich zusammen.

Ein Traum und der Abgrund

Knisternde Seide, wippende Federn, schimmernde Perlen. Nina Simone singt “Mr. Bojangles”. Cocktails geschmückt mit bunten Schirmchen, ein tanzender Mann, eine tanzende Frau. Ein Kranich schlägt mit seinen Flügeln, ein kleiner Junge ist glücklich. Nina Simone singt “Mr. Bojangles”. Urlaub im spanischen Schloss in den Wolken, Partys in der traumhaften Pariser Wohnung. Noch (er)leben die Liebenden und ihr Sohn die heitere Seite des Wahnsinns, ständig begleitet von “Mr. Bojangles”.

Der Traum endet jäh: Autor Olivier Bourdeaut schickt seine Heldin in den geistigen und die Familie in den materiellen Zusammenbruch. Untilgbare Schulden, ein Feuer in der Wohnung, die angebetete Maman in der Nervenheilanstalt. Verloren scheint die Frau, verloren ist die Wohnung, verloren fühlen sich Vater und Sohn. Sie geben aber nicht auf und so dürfen die drei für eine kurze Zeit noch einmal tanzen, lachen, leben und lieben, zu den Klängen von “Mr. Bojangles” …… bevor wir Leser am Ende unwiderruflich in eine tröstliche und sehnsüchtige Traurigkeit entlassen werden.

Meine Leselampe-Fazit:

Es ist soooooooo schön…….

Mein Lese-Exemplar:

Olivier Bourdeaut, “Warten auf Bojangles”, Roman, 158 Seiten, übersetzt von Norma Cassau, erschienen 2017 im Piper Verlag München.