Edgar Allan Poe: Kurze Biographie

von | 28.04.2020 | Kurze Biographie

Der Schriftsteller Edgar Allan Poe wurde am 19.01.1809 in Boston geboren und starb unter ungeklärten, vielleicht gewaltsamen Umständen am 7.10 1849 in Baltimore. “Der Rabe” (Gedicht von 1845), “Der Untergang des Hauses Usher (Schauergeschichte von 1839), “Der Doppelmord in der Rue Morgue” (Detektivgeschichte von 1841) – mindestens eines seiner bis heute populären Werke kennt wohl jeder von uns. Wenn nicht durchs Lesen, dann durch die Verfilmung oder Vertonung ( z. B. “The Raven” von Alan Parsons Project, 1975, fällt mir da spontan ein).

Edgar Allan Poe, ein Kaminfeuer, heulender Sturm.....

Edgar Allan Poes schwarze, phantastische, romantischen, tragischen Erzählungen und Gedichte sollte man an einem prasselnden Kaminfeuer bei heulendem Sturm lesen, wenn möglich…..Kerze bei Nieselregen tut es auch.

Edgar Allen Poes Eltern waren die geld- und glücklosen Schauspieler Elisabeth und David, früh wurden er und seine zwei Geschwister Waisen. 1811 wird Edgar von dem reichen Kaufmann John Allan und einer Frau Francis aufgenommen, er erhält zu seinem Geburtsnamen Poe ihren Familiennamen Allan, wird aber nicht adoptiert.

Gemeinsam mit den Allans reist Edgar 1815 nach England und besucht zunächst in Schottland, dann in London mehrere Schulen. 1820 kehrt die Familie nach Amerika zurück.

Allan bezahlte Poe zwar die Schulbesuche und zunächst ein Universitätsstudium, doch Poe sprach dem Glücksspiel und dem Alkohol reichlich zu, machte Schulden und brachte seinen Ziehvater gegen sich auf. Allan enttäuschte seinerseits Poe: er hintertrieb die Verlobung Poes mit Elmira Royster, ging selber fremd. Hätte sein Ziehvater ihn nicht im Zorn verstoßen, hätten seine unehelichen Kinder Edgar Allan Poe sowieso das insgeheim erwartete Erbe gekostet.

Nachdem Edgar Allan Poe sein Studium mangels finanzieller Unterstützung abbrechen musste, verbrachte er ein paar Jahre beim Militär, schrieb Gedichte, arbeitete als Journalist, gab Zeitschriften heraus, wurde aber nicht wohlhabend dadurch.

1836 heiratete Poe seine minderjährige Kusine Virginia Clemm, die nach langer Krankheit 1847 starb. 1849 begegnete er seiner inzwischen verwitweten Jugendliebe Elmira wieder, kurz darauf verlobten sich die beiden. Doch dieser Liebe war von Anfang an kein Glück beschieden, zehn Tage vor der Trauung kommt Edgar Allan Poe in Baltimore unter ungeklärten Umständen ums Leben. War er betrunken oder nur fiebrig und verwirrt? Wurde er ausgeraubt und geschlagen? Er selbst konnte keine klare Antwort mehr geben, als man ihn in elendem Zustand auf der Straße fand und in ein Hospital brachte, wo er dann verstarb.

Poe begann seine literarische Laufbahn mit Gedichten wie “The Raven”, “To One in Paradise”, “Tamerlane”, wechselte dann aber zu Erzählungen und Geschichten, da schon damals mit Prosa mehr Geld verdient werden konnte. Wie die viktorianischen Autoren veröffentlichte Poe viele seiner Werke als Fortsetzungen in Zeitschriften und Almanachen, bevor sie als Bücher herauskamen.

Schon vor Wilkie Collins oder Charles Dickens entwickelte Poe die Detektivgeschichte und beeinflusste auch die viktorianische Literaten und deren Nachfahren stark. Und – nicht zu vergessen: Poe gilt bis heute als Meister der phantastischen Schauergeschichte, bei der ihn nicht nur übernatürliche Aspekte umtrieben, sondern auch die psychologischen Ursachen, die geistigen und seelischen Abgründe und Triebfedern menschlichen Handelns.

Zuweilen habe ich bei manchen seiner Erzählungen das Gefühl, dass Poe beim Schreiben emotional und geistig “auf anderen Ebenen weilte” – vorsichtig ausgedrückt. Genau das macht seine Werke vermutlich so exzellent.

Heute nachmittag möchte ich Euch von Edgar Allan Poe eine Detektivgeschichte vorstellen, am Donnerstag wird es dann “schauerlich” auf Meine Leselampe. Viel Spaß vorab – man “liest” sich.

Gelesen habe ich die gebundene Ausgabe von E.A. Poe, “Phantastische Geschichten”, Sammlung (26 Erzählungen und Gedichte), 397 Seiten, erschienen 1981 im Verlag Lothar Borowsky, München. Es gibt zwei Übersetzer: Hans Wollschläger (“Der Rabe”), die 25 anderen Geschichten wurden von Arthur Moeller van den Bruck (kurz Möller-Bruck) übertragen – lange vor unserer Zeit. Mittlerweile haben manche Erzählungen daher andere Titel, beispielsweise heißt bei Möller-Bruck “Der Doppelmord in der Rue Morgue” -> “Der Mord in der Spitalgasse”.

Meine Quellen:

  • wikipedia,
  • Hans-Dieter Otto, “Leidenschaft und Irrtum” (Area-Verlag), schon vorgestellt auf Meine Leselampe: Otto: “Leidenschaft und Irrtum”
  • Knaurs Lexikon der Weltliteratur (1979) und
  • “Das Literaturbuch” (2017, Dorling Kindersley Verlag München), auch schon vorgestellt auf Meine LeselampeDas Literaturbuch.